BANKENMARKT / BANKING 4.0

„Size matters“ für Banken und FinTechs!

Für eine erfolgreiche Digitalisierung der Finanzwelt ist der europäische Binnenmarkt gerade so groß genug.

Executive Summary: As part of a #ZUKUNFTSWERKSTATT in Berlin entitled “Digital Revolution – Alone or Together?”, selected leaders from the fields of supervision, German banks, stock exchanges, FinTechs, and politics met on 16 January for an open dialogue. As one common position, it turned out that the harmonisation of the European Single Market is not sufficiently pronounced for the financial sector. It is still a major bureaucratic burden for the individual FinTechs and banks to operate across the various European jurisdictions. For example, this includes a lack of standardisation of KYC requirements or difficulties in the legal evaluation of cloud service providers across Europe. The European elections in May 2019 and the appointment of new members to many key positions in the European institutions are a good opportunity to set the key parameters for mobilising Europe’s innovation and growth capabilities. Below you may find the European policy positions of the private banks on digitalisation as a PDF attachement.

16. Januar 2019

#ZUKUNFTSWERKSTATT „Digitale Revolution – Allein oder zusammen?“

Im Rahmen einer #ZUKUNFTSWERKSTATT in Berlin mit dem Titel „Digitale Revolution – Allein oder zusammen?“ kamen am 16. Januar ausgewählte Führungspersönlichkeiten der Aufsicht, deutschen Banken, Börsen, FinTechs und Politik zum offenen Austausch zusammen. Die lebhaft geführte Diskussion förderte dabei einige der zentralen Herausforderungen für den deutschen Finanzplatz zu Tage. Demnach ist es allerhöchste Zeit, konkrete Schritte zu unternehmen, das Regelwerk des europäischen Binnenmarkts auch für die Finanzbranche stärker zu harmonisieren und zu modernisieren.

Großer bürokratischer Aufwand durch die verschiedenen nationalen Rechtsräume.

Nach wie vor stellt es für die einzelnen FinTechs und Banken einen großen bürokratischen Aufwand dar, über die verschiedenen nationalen Rechtsräume in der EU hinweg zu agieren. Beispielsweise sind die Unternehmen beim digitalen Onboarding ihrer Kunden immer noch mit von Land zu Land unterschiedlichen Standards und Regelungen konfrontiert. Die Kunden und Unternehmen würden massiv von einer Vereinheitlichung und Vereinfachung dieser Regeln profitieren, müsste sich so nicht mehr jede Bank und jedes FinTech einzeln mit den zahlreichen Regelungen und den damit verbundenen Komplexitäten auseinandersetzen.

Die Cloud ermöglicht einen gewaltigen Schritt bei der Modernisierung der IT-Infrastrukturen.

Gleiches gilt ebenso für das Outsourcing. Cloud Computing bietet für zahlreiche Unternehmen die Möglichkeit, einen gewaltigen Schritt nach vorne bei der Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur zu gehen. Derzeit muss jedoch jedes Unternehmen in einem aufwändigen Verfahren selbst prüfen, welcher Cloud-Service-Anbieter den sehr hohen regulatorischen Anforderungen der Finanzaufsicht und den Datenschutzbestimmungen der DSGVO genügt. Dabei ist das starke rechtliche Schutzniveau angesichts der äußerst sensiblen Natur der auszulagernden Datenbestände gerechtfertigt. Doch könnte man den Vorgang massiv erleichtern, würde die Möglichkeit für Cloud-Service-Anbieter geschaffen, ihre Dienstleistungen einmalig und europaweit für die Zulassung in der Finanzbranche zertifizieren zu lassen. Insbesondere kleinere Banken und FinTechs könnten somit durch die gesteigerte Rechtssicherheit verstärkt in die Cloud als entscheidende Basis für innovative Produktlösungen investieren.

Nationale Alleingänge schützen zwar vor der Globalisierung, verhindern aber gleichzeitig echte Innovationen daheim.

Die einzelnen Staaten Europas sind für sich genommen viel zu klein, um den Unternehmen die ausreichende Skalierung ihrer Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Die stellenweise nationale Differenzierung der rechtlichen Vorschriften schützt zwar einerseits vor Markteintritten der globalen Konkurrenz, doch verhindert sie gleichzeitig Innovationen und echtes Wachstum der lokalen Akteure. Es gilt die europäische Regulierung an die Chancen und Risiken der Digitalisierung anzupassen. Nur als weitestgehend harmonisch ausgestalteter Binnenmarkt kann Europa eine aktive Rolle im globalen Wettbewerb spielen.

Europäisches Wagniskapital spielt immer noch eine untergeordnete Rolle.

Dies trifft auch auf die Finanzierung und Bereitstellung von Wagniskapital zu. Zwar fließen mittlerweile beträchtliche Summen in deutsche FinTechs. Alleine in Berlin wurden im Jahr 2018 über 850 Mio. Euro in diverse FinTechs investiert. Hierzu tragen aber vor allem amerikanische und chinesische Investoren einen entscheidenden Beitrag bei. Europäisches Wagniskapital (geschweige denn deutsches) spielt dabei immer noch keine wesentliche Rolle. Hier gilt es, größere Summen oberhalb 50 Mio. Euro aus Europa für innovative Startups zu mobilisieren.

Die Europawahlen im Mai 2019 und die Neubesetzung vieler Schlüsselpositionen in den europäischen Institutionen sind eine gute Chance, die entscheidenden Weichen zu stellen, um Europas Innovations- und Wachstumsfähigkeiten zu mobilisieren – für einen starken Finanzstandort.

Europapolitische Positionen der privaten Banken zur Digitalisierung