MITTELSTAND / WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG

Ein Platz zum Wohlfühlen

Tourismusdestination Ostdeutschland 2018

Rekordhoch bei Zahl der Gäste und Übernachtungen

 

Ostdeutschland als Reiseziel ist attraktiv. Ob Strände, Wanderrouten im Mittelgebirge, intakte Altstädte oder ein vielseitiges Kulturangebot – vieles hierzulande ist sehenswert.

Offensichtlich sind sich in diesem Urteil auch jede Menge in- und ausländischer Gäste einig. Im vergangenen Jahr übernachteten Reisende immerhin 115,5 Millionen Mal in Beherbergungsbetrieben der ostdeutschen Bundesländer mit Berlin – dies entspricht fast einem Viertel der gesamtdeutschen Zahlen. Zugleich war das gegenüber 2017 eine deutliche Steigerung von 3,5%. Die Gesamtregion verzeichnete damit das 16. Jahr in Folge einen Zuwachs. Hinter den Übernachtungen verbergen sich fast 42 Millionen Gäste. Auch diese Zahl wuchs deutlich an und erreichte einen neuen Höchststand.

Stimuliert haben dürfte das Reiseverhalten der lange und heiße Sommer sowie die gut laufende Konjunktur im Inland in Verbindung mit einer niedrigen Arbeitslosenquote und einer positiven Konsumstimmung.

Regionale Entwicklung differenziert

Auf Ebene der Bundesländer ist die Entwicklung differenzierter. Spitzenreiter bei den Übernachtungen bleibt die Hauptstadt, die diesen Platz seit 2015 behauptet. Dicht dahinter folgt Mecklenburg-Vorpommern. Auch die anderen Regionen konnten Zuwächse verzeichnen – mit der Ausnahme von Thüringen.

Ost vor allem bei Inländern beliebt

Ostdeutschland wird überwiegend von deutschen Gästen besucht. Mehr als 80% der Übernachtungen buchen Inländer. Dabei ist die regionale Spanne wiederum groß. In Berlin kommen 4 von 10 Besuchern aus dem Ausland. In anderen Bundesländern ist es nicht einmal jeder 10. Die ostdeutschen Regionen sind dabei vor allem bei Reisenden aus den Nachbarstaaten beliebt. Für die Erschließung zusätzlicher Gästepotenziale im Ausland besteht also noch „Luft nach oben“.

Ausblick

Frage von Attraktivität, Konjunktur und Wetter

Insgesamt ist der Tourismussektor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Ostdeutschland. Er trägt spürbar zur regionalen Wirtschaftsleistung und Beschäftigung bei.

Der Markt ist zugleich hart umkämpft – prägend ist der harte Wettbewerb zwischen den Regionen des In- und Auslandes um den einzelnen Gast. Die Branche in Ostdeutschland ist damit gefordert, die Konkurrenz weiter zu beobachten und das eigene Angebot attraktiv zu halten.

Chancen und Herausforderungen ergeben sich u.a. aus der wachsenden Gesundheitsorientierung und damit verbunden auch der Alterung der Gesellschaft, einer höheren Internationalisierung der Reisemärkte und nicht zuletzt der Digitalisierung.

Dabei dürfte die Reiseintensität grundsätzlich hoch bleiben – zumindest aus aktueller Sicht. Entscheidend ist sicherlich, wie die Bürger ihre jeweilige wirtschaftliche Lage einschätzen. Also: Vieles hängt wieder an der Konjunktur. Und, auch das Wetter kann – muss aber nicht – die Reisefreude unterstützen.

„Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Ostdeutschland. Wachstum bei Gästen und Übernachtungen sowie Ausstrahlungseffekte auf weitere Branchen stärken den Standort insgesamt. Aber: Das wettbewerbsintensive Umfeld erfordert, dass die Branche Herausforderungen im Blick hat und Chancen nutzt.“

Enrico Großer
Leiter Bankenmarkt, Regional- und Mittelstandsanalysen, Ostdeutscher Bankenverband