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Falco Schütt, Vorstandsmitglied von IOT

#ErfolgeOst

Netzwerk für das Internet der Dinge

Lernende Roboter und vernetzte Fahrzeuge, Heizungen mit Wlan-Zugang und Kaffeemaschinen, die Nachschub bestellen: Das Internet der Dinge zieht in den Alltag der Menschen und in die Unternehmen ein. In Berlin haben einige Enthusiasten jetzt das Netzwerk „IOT +“ gegründet – eine Plattform zur gemeinsamen Umsetzung neuer Projekte von Startups, Wirtschaft und Wissenschaft. Es ist ein neuer Baustein der Digital Hub-Initiative „de:hub“ des Bundeswirtschaftsministeriums.

Im Hauptberuf ist Falco Schütt führender Kopf für strategische Partnerschaften und Marketing bei der Berliner Next Big Thing AG, ein ambitionierter Thinktank, Innovation-Hub und Firmengründer. Nun aber hat Schütt noch ein weiteres ehrgeiziges Projekt am Start: Er gehört zum dreiköpfigen Gründungsvorstand des neuen Netzwerks „IOT +“, eine Plattform zur besseren Vernetzung für das Internet der Dinge. „Wir fördern und bündeln den notwendigen Austausch zum spannendsten Technologiethema unserer Zeit – dem IoT“, sagt der Berater und Moderator. „Wir bringen Unternehmen, Startups und Investoren auf Augenhöhe zusammen und neue Kooperationen auf den Weg.“ Startups sollen im Netzwerk leichteren Zugang zu Investoren und Projektpartnern erhalten, etablierte Unternehmen bei der Digitalisierung von der Innovationsstärke des Netzwerks profitieren. Das Ziel sei ein digitales Ökosystem von globaler Relevanz, sagt Schütt.

IoT-Lösungen sind heute in vielen Unternehmen auf dem Vormarsch – vom Gebäudemanagement, über smarte Produktionsoptimierung und Qualitätskontrolle bis zur Logistik, dem Service und der Kundenbindung. Bemühungen, eine Community zu IoT-Themen aufzubauen, habe es in den vergangenen Jahren bereits mehrfach gegeben, erzählt Schütt. Sie seien aber in den Anfängen stecken geblieben. Angesichts des wachsenden Bedarfs ist der Durchbruch nun jedoch gelungen. Zu den sieben aktiven Gründungs-Unternehmen des IoT+-Netzwerks gehören unter anderem die Next Big Thing AG selbst, die sich als Venture-Studio versteht, dazu das MotionLab.Berlin als Hardware-Innovation-Hub, der Wirtschaftsförderer „Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie“, die private Hochschule für digitale Produktentwicklung CODE und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Geplant sind unter anderem Meet-ups, Startup-Pitches, Workshops, Foren und eigene Formate zur Fortbildung und Fachkräftegewinnung. In den ersten Online-Coffee-Breaks geht es zum Beispiel um IoT und Gesundheit und Mobilität.

Network (MotionLab.Berlin)

Vorstand, IOT +

Und das Interesse scheint groß: Bereits bis Februar hat sich die Zahl der Mitglieder verdoppelt. So stieß schon bald das Dresdner Start-up Sensry hinzu, das kleinen und mittelständischen Unternehmen Zugang zu innovativen Halbleitertechnologien ermöglicht. Dabei sei das Netzwerk keineswegs auf den Großraum Berlin oder bestimmte Hightech-Hotspots wie Dresden und München begrenzt, sondern verstehe sich als internationale Drehscheibe. „Das Internet der Dinge ist längst in der Welt angekommen“, betont Schütt. Jetzt gelte es für Unternehmen in Deutschland und Europa, diese digitale Revolution zu nutzen und den Rahmen für Geschäftsmodelle der Zukunft mitzugestalten.

„Uns beschäftigen technologische Zukunftsfragen wie die nach der Infrastruktur für IoT, nach der Datensicherheit in vernetzten Systemen und neuen, tragfähigen IoT-Geschäftsmodellen“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Netzwerks. Ebenso wichtig seien Wissenstransfer, Weiterbildungsangebote und ein frühzeitiges Einbeziehen von Mitarbeitern in nachhaltige Verbesserungen. Der Begriff des Internets der Dinge werde dabei vom Netzwerk bewusst weit gefasst, um keine potenziellen Anwender auszugrenzen. Schütts Definition ist ebenso simpel wie komplex: „IoT ist das, was Unternehmen unter IoT verstehen.“ Dies gelte auch für Branchen wie der Gesundheit und Pflege, in denen IoT-Lösungen mittlerweile ebenso Einzug halten, sich aber mitunter stark von industriellen Anwendungen unterscheiden. „Wir freuen uns über jedes neue Mitglied“, sagt Schütt. Das Netzwerk finanziere sich dabei ausschließlich von Mitgliedsbeiträgen und nicht von Zuschüssen. Zugang zu Fördergeldern auf Landes- und Bundesebene für den Ausbau neuer Aktivitäten und Projekte sei aber ein erklärtes Ziel des Netzwerks.

Der Manager selbst ist fachlich breit aufgestellt: Nach Kultur- und sprachwissenschaftlichen Studien folgte er vor rund zehn Jahren dem Ruf eines skandinavischen Tech-Konzerns nach Berlin. Bald kamen neue Stationen hinzu, wie bei Relayr, dem prominenten Experten für das Industrielle Internet der Dinge und bei der Next Big Thing AG. „Innovative Digitalthemen treiben mich an“, sagt Schütt. „Und Netzwerke sind ein zentraler Erfolgsfaktor für die Digitalwirtschaft.“

Interview und redaktionelle Bearbeitung durch: Sven Heitkamp | Freier Journalist | Leipzig

(Bildquellen: IOT + | MotionLab.Berlin, www.motionlab.berlin)

Veröffentlicht: 25. Februar 2021

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